Donnerstag, 27. Juli 2017

Sorgenkätzchen

"Sorgenkätzchen" - was für ein Titel. Sowohl für einen Post wie auch für das Buch, das ich euch heute vorstellen darf. Hört sich nicht so toll an, oder? Ist aber nicht so schlimm (weder im Buch noch hier) - weil es einfach ums ganz normale Leben geht.
In unserem Haus leben drei Katzen. Zwei davon sind Sorgenkätzchen.
Shiva lebt seit über einem Jahr mit der Diagnose Krebs und musste bereits zwei grosse Operationen über sich ergehen lassen. Ausserdem ist jetzt schon klar, dass jederzeit der nächste Tumor zu wachsen anfangen kann (und wird). Wie es dann weitergehen soll, ist noch ungewiss.
Indra ist seit über drei Jahren eine Nierenpatientin. Dazu kam dann der schlimme Narkosezwischenfall anfangs Sommer, von dem sie sich erstaunlich gut wieder erholt hat. Allerdings ist ein Kopfruckeln zurückgeblieben, das sich immer dann bemerkbar macht, wenn sie sich anstrengt oder aufregt. Wegen den kaputten Nieren hat sie ausserdem grundsätzlich immer mal wieder schlechte Tage, die bei uns dann jedesmal für Herzklopfen und ein ungutes Gefühl sorgen.
Diego ist gerade mal fünf Monate alt und damit noch so herrlich jung und frisch und unbelastet und ganz sicher kein Sorgenkätzchen. Er ist zwar manchmal etwas anstrengend (wie junge Katzen halt so sind), aber erfreulicherweise hält er sich an das, was man seiner Rasse nachsagt: Unser Mobiliar ist bisher komplett unbeschadet geblieben. 😉 Ausserdem ist er so herrlich sozial und wahnsinnig freundlich zu den anderen Katzen und zu allen Menschen. Wenn wir Besuch bekommen, umgarnt er diesen sehr charmant, so dass ihm niemand widerstehen kann.

Meine Freizeit ist momentan allerdings mehr als spärlich - ich weiss gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal eine Häkelnadel in der Hand hatte. Aber ich will nicht jammern, schliesslich machen uns die drei Stubentiger viel Freude. Und Diego wird irgendwann auch etwas ruhiger und weniger "betreuungsintensiv". Gell, Diego?!? 😁
Zum Glück finde ich aber fast jeden Abend ein bisschen Zeit um zu lesen. Eine halbe Stunde oder so... Da kommt mir ein Buch, das nur aus Katzengeschichten besteht, natürlich wie gerufen!
"Sorgenkätzchen"
Autorin: Dr. med. vet. Ulrike Werner
Verlag Penguin

Die Berliner Tierärztin Dr. Ulrike Werner hat sich auf Katzen mit Verhaltensproblemen spezialisiert und teilt in diesem Buch mit uns ihre Erlebnisse aus ihrem nie langeweiligen Alltag.
So beispielsweise die Geschichte der Katze Tinka, die gute 15 Kilo wiegt und seit vier Jahren auf einem Schrank lebt. (Falls es jemand nicht weiss: Eine durchschnittliche Katze wiegt 5 kg - und nein, Shiva ist definitiv nicht Durchschnitt, aber wer will schon durchschnittlich sein? Und ausserdem ist sie sowieso auch ein bisschen grösser als die Durchschnittskatze! 😉)
Oder der Kater, der immer mittwochs und samstags in die Wohnung pinkelt und damit dann auch gleich verrät, dass Herrchen eine Affäre hat, mit der er sich jeweils dienstags und freitags trifft...
Meist sehr unterhaltsam und zum Schmunzeln oder Lachen, zwischen durch aber auch sehr traurig, wenn etwa einem dermassen verhaltensgestörten Kater, der sich selber verletzt, nicht mehr geholfen werden kann und nur noch bleibt, ihn zu erlösen.
Oder auch völlig absurd: Ein Ehepaar, welches die Katze im wahrsten Sinne des Wortes als Kinderersatz ansieht und sie Abend für Abend in ihr Bettchen im "Kinderzimmer" legt - nachdem sie ihr einen Strampler angezogen, ihr das Fläschchen gegeben und sie in den Schlaf gesummt haben...
Nebenbei finde ich es durchaus bemerkenswert, dass diese Leute der Katze einen Strampler anziehen konnten. Ich habe es bei meinen beiden nicht mal geschafft, dass sie den OP-Body nach einem Klinikaufenthalt anbehalten haben! 🙈
Mit sehr viel Humor und noch mehr Einfühlungsvermögen erzählt die Autorin ihre Erlebnisse. Ich hatte das Buch ruckzuck durch und hätte gerne noch mehr gelesen.
Ein Muss für jeden Katzenliebhaber. Alle anderen werden nach dieser Lektüre alles wollen - nur keine Katze! 😉
Liebe Grüsse,
Nadia

Dienstag, 25. Juli 2017

Der Sommer gönnt sich eine Pause

Der Sommer macht bei uns gerade ein bisschen Ferien.
Das finde ich, ehrlich gesagt, gar nicht schlimm, denn alles was über 25 Grad ist, ist mir ohnehin viel zu warm.
Aber für all die, die sich den Sommer und die Wärme zurückwünschen, habe ich zur Aufheiterung ein paar Bilder aus meinem Sommergarten.
Ich liebe Echinacea und habe mittlerweile eine kleine Sammlung davon.
Sogar in (für mich) etwas gewagteren Farben!
Diese sind allerdings nicht ganz so orange, wie sie auf dem Bild scheinen, sondern sehen in Echt vielmehr so aus wie auf diesem Bild:
Aber auch eine wirklich orangefarbene Variante hat Einzug in meinen Garten gehalten.
Ich habe sie geschenkt bekommen und war zugegebenermassen anfangs nur mässig begeistert davon. Nun habe ich sie vor die Blutpflaume gepflanzt und in Kombination mit dem dunklen Laub gefällt sie mir doch recht gut.
Die Stockrosen schwächeln leider ein bisschen dieses Jahr.
Ebenso haben sich die Wiesenskabiosen rar gemacht.
Schade, denn ich mag sie sehr gerne. Aber vielleicht gibt es nächstes Jahr wieder mehr davon - ich lasse sie sich immer selber aussäen.
Apropos aussäen:
Diejenigen, denen ich Mohnsamen versprochen habe, müssen nicht mehr lange warten: Ich schicke sie bald auf den Weg (und auch die Stockrosensamen, liebe Nicole 😉)!
Die ersten Herbstanemonen öffnen auch schon ihre Blüten.
Für mich ist das jedes Jahr wieder eine grosse Freude, weil ich diese Pflanze liebe und sehr viele davon überall in meinem Garten verteilt habe. Bilder werdet ihr hier auf jeden Fall noch zu sehen bekommen!

Worüber ich mich auch sehr gefreut habe, war die reiche Johannisbeerernte.
Ich habe zwar nur zwei Sträucher, oder besser gesagt anderthalb (weil einer noch sehr klein ist und erst im vergangenen Frühling gepflanzt wurde), aber trotzdem durfte ich so viele Beeren ernten, dass es für Gelee gereicht hat! Natürlich ist es nicht schwierig, Johannisbeergelee zu kochen, aber trotzdem finde ich es toll, dass man in dem Buch, das ich euch heute vorstellen, will, ein Rezept dazu findet.
 

Autorin: Trine Hahnemann
Verlag: EMF

So einfache Dinge wie eben ein Rezept für Johannisbeergelee finden ja selten Einzug in Kochbücher. Lieber werden Sammlungen von (für mich) hochkomplizierten und prestigeträchtigen Rezepten präsentiert, die dann am Schluss eh kein Mensch nachkocht, weil sie viel zu aufwändig sind. Nicht so dieses Buch. Da findet man - wie gsagt - auch simple Sachen wie Johannisbeergelee.
Bei mir hat es drei Gläschen gegeben (plus Beeren für zweimal Johannisbeermuffins). Perfekt, um damit zu Weihnachten die Spitzbuben zu versüssen!
"Skandinavisch kochen" ist ein richtig dicker Schmöcker mit tollen Bildern und vielen Rezepten, die nicht 08/15 sind, sondern teilweise schon etwas speziell. Aber dennoch alltagstauglich und nicht so aussergewöhnlich, dass man die Zutaten aus Übersee einfliegen lassen müsste oder dass man sich vielleicht gar nicht daran versuchen möchte. 
Das Buch ist aufgeteilt in verschiedene Kapitel wie "Das esse ich tagsüber", "Mahlzeiten mit der Familie", "Suppen für jede Jahreszeit" und natürlich "Etwas Süsses".
Ein Weihnachtskapitel darf natürlich auch nicht fehlen!
Wir haben, als es mal etwas kühler war, ein ganz simples Rezept ausprobiert: Spinat und Kartoffeln mit Ei.
Ging wunderbar, unkompliziert und hat sehr lecker geschmeckt.
Die Bilder, die es zu jedem Rezept gibt, sind sehr ansprechend und lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Kürbissuppe - will ich diesen Herbst unbedingt machen.

Trine Hahnemann hat eine interessante Einleitung geschrieben und erklärt unter anderem, weswegen sie Bio-Produkte kauft und warum die Ernährung viel mit Lebensqualität zu tun hat.
Ausserdem gibt es zu jedem Kapitel einen einführenden Text, den ich jeweils sehr gerne gelesen habe - die Infos waren zugleich informativ und auch von einer persönlichen Note begleitet.
Ein Kochbuch der besonderen Art, eine tolle Ergänzung zu "Skandinavisch backen", das ich euch hier vorgestellt habe.
Ganz meins: Heisse Schokolade mit süssen Brötchen.

Vielen lieben Dank an den Verlag EMF fürs Zurverfügungstellen dieses Buches!

Liebe Grüsse,
Nadia

P.S.: Demnächst gibt's hier auch wieder "Samtpfotiges" zu lesen. Also bis bald! 😊

Donnerstag, 6. Juli 2017

Part of our Symphonie

Seit drei Wochen lebt Diego nun bei uns.
Vieles hat sich getan in dieser Zeit. Diego hat Gewicht zugelegt und ist gewachsen, die Kittentoilette, die wir sicherheitshalber im Wohnzimmer aufgestellt hatten (und die am Anfang auch wirklich nötig war), ist nicht mehr da. Diego hat gelernt, die beiden "regulären" Katzenklos zu benützen.
 
Vom anfangs etwas schüchternen und ruhigen Katerchen ist nicht mehr viel übrig, er ist neugierig,  aufgeweckt, verspielt, verschmust, entzückend, anhänglich, manchmal sogar ein bisschen draufgängerisch und leider ziemlich ungeschickt.
So waren wir am späten Freitagabend bereits zum ersten Mal in der Notaufnahme der Tierklinik, weil Diego zwischen den Treppenstufen hindurchgeflutscht, in die Tiefe gestürzt und hart auf dem Boden aufgekommen ist. Vom anfänglichen Humpeln war in der Klinik dann nichts mehr zu sehen und zum Glück ist auch nichts passiert, ausser einem grossen Schrecken für alle. Respekt hat dieser Vorfall dem Minikater nicht eingeflösst - direkt nach der Heimkehr aus der Klinik hat er es sich wieder auf der Treppe gemütlich gemacht. Meine Nerven... 😱
 
Auch das Zusammenleben mit den beiden Katzendamen klappt mittlerweile gut, vor allem Shiva ist dem kleinen Kerl nicht abgeneigt. Indra hatte länger am Neuzugang zu knabbern und zeigte auch uns Menschen deutlich, was sie davon hält, so ein kleines, quirliges Wesen vor die Nase gesetzt zu bekommen. Doch seit ein paar Tagen ist alles wieder gut, sie ist sowohl uns wie auch Diego wohlgesonnen.
 Die gravierendste Veränderung ist wohl aber, dass Diego nicht mehr einfach "nur" im neuen Daheim angekommen ist, sondern mittlerweile Einzug in unsere Herzen gehalten hat. Natürlich waren wir vom ersten Moment an absolut entzückt von ihm und hätten ihn nicht mehr hergeben wollen. Aber ganz ehrlich: Geht einem das nicht mit (fast) allen Kätzchen und Katzen so? Dass man sie einfach behalten und endlos knuddeln und herzen und für immer behalten möchte?
 Es braucht jedoch eine gewisse Zeit des Kennenlernens, des Zusammenlebens und des "Austestens", bis eine echte Freundschaft entsteht und man sich gegenseitig richtig tief ins Herz schliesst. Bis man zusammengehört. Und das ist bei uns jetzt der Fall. Willkommen in unseren Herzen, Diego!


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Zu seinem Einzug bei uns hat Diego eine eigene kleine Decke bekommen. In pastelligen Blautönen, weil er ja schliesslich ein Junge ist. Also zumindest theoretisch wäre die Decke für ihn gedacht gewesen - Indra findet sie aber auch ganz toll... 😉
Die Anleitung dazu habe ich aus dem Buch "Schmusetier und Kuscheldecke" von Ruth Laing, welches mir der Verlag Bassermann freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür!
Von Ruth Laing habe ich euch hier und hier schon Bücher vorgestellt. Die Anleitungen sind immer gut verständlich geschrieben und mit Bildern ergänzend erklärt, so dass sich selbst für Nähanfänger immer etwas Schönes zum Nacharbeiten findet.
 
Gerade für Anfänger ist sicher auch der immer vorhandene "Gut zu wissen"-Teil am Anfang des Buches hilfreich, in dem verschiedene Grundlagen erklärt werden. Wenn man bereits Näherfahrung hat, kann man sich die Lektüre aber sparen und direkt mit der Arbeit loslegen.
Aus diesem Buch wurde die Kinderschürze nachgearbeitet, welche auch für Nähneulinge machbar sein sollte, gut für die Stoffresteverwertung geeignet ist und sich toll als Geschenk eignet.
 
Auch Diegos Decke gehört in die Kategorie einfach nachzuarbeiten, Resteverwertung und schönes Geschenk. Die Decke wird als "Patchworkdecke" bezeichnet. Ich persönlich verstehe zwar unter "Patchwork" etwas anderes als einfach zusammengenähte Streifen - aber schlussendlich ist das Ergebnis toll, egal wie man die Technik nennt...
Der Preis des Buches ist wirklich sensationell - für nicht einmal ganz 8 Euro bekommt ihr Anleitungen für eine Schnullerkette, ein Bettwäscheset, Bärenschlafsäcke, eine Puppentragetasche, eine Kindergartentasche, Bodys, einen Bettwurm, ein Windeltäschchen und vieles mehr.
Viel Spass beim Nähen!

Und jetzt wünsche ich euch einen herrlichen Sommertag.

Liebe Grüsse,
Nadia

Die Augen einer Katze sind Fenster, die uns in eine andere Welt blicken lassen
(aus Irland)