Samstag, 30. April 2016

Die Bienen - und der 12tel-Blick im April

Im letzten Post habe ich ja schon erzählt, dass ich kürzlich viel Zeit unterm blühenden Kirschbaum verbracht, die Vögel und Bienen beobachtet und Bücher gelesen habe. Vanessa hat dann nach weiteren Kirschblütenfotos verlangt und selbstverständlich erfülle ich diesen Wunsch gerne! :-)
Und bei dieser Gelegenheit stelle ich doch gleich noch ein Buch vor, das ich unter dem Kirschblütenhimmel gelesen habe:
Die Weisheit der Bienen
Erstaunliches über das wichtigste Tier der Welt
von Jack Mingo
erschienen im Riemann Verlag
"Wenn es Blumenfeen gäbe, dann würden sie wohl so riechen. Wie eine Bienenwachskerze, eine wunderbare Mischung aus Blütennektar und diesen Insekten, die sich ausschliesslich davon ernähren."
Ist das nicht eine schöne Vorstellung? Blumenfeen, die nach Bienenwachs riechen. Und vielleicht sind Bienen ja in Wirklichkeit sogar kleine Blumenfeen! 
Eine Blumenfee bei der Arbeit.
Dieses einzigartig schöne Büchlein von Jack Mingo ist eine wunderbare Sammlung von Anekdoten - von witzig über alltäglich, zum Nachdenken anregend bis hin zu rührend.
Wer fundiertes Wissen über Bienen sucht, wird mit diesem Buch nicht glücklich werden. Wer hingegen auf unterhaltsame, leichte Art und Weise in die Welt der Bienen Einblick bekommen möchte, wird es lieben - und bedauern, dass es nicht viel dicker ist. 
Der Sonne nach
Zum Beispiel erklärt Jack Mingo - selber vor vielen Jahren eher durch Zufall zum Imker geworden - dem Leser, dass die Sonne der Gott der Bienen ist. Mit ihrer Hilfe bestimmen sie permanent ihre Position, sie benützen sie natürlich auch als Wärmequelle und sogar zur Zeitmessung (Morgen / Abend). Was mich aber besonders berührt hat ist, dass es in der Bienensprache tatsächlich ein Symbol für die Sonne gibt. Für die Bienen hat das selbstverständlich ganz praktische Gründe: Sie nehmen die Sonne als Ausgangspunkt dafür, ihren Bienenfreundinnen mit Hilfe des Bienentanzes anzeigen zu können, wo lohnende Nektarquellen zu finden sind.
 
Auch unschöne Dinge werden angesprochen: Der Leser wird darüber aufgeklärt, wie in gewissen Ländern (China und Indien zum Beispiel) getrickst - oder sagen wir es ruhig deutlich: beschissen wird, um mit Schwermetallen und anderen äusserst schädlichen Stoffen belasteten Honig dennoch verkaufen zu können. Erschrecken, aufrüttelnd und ein guter Grund mehr, auf Billigware zu verzichten und den Honig beim Imker im Dorf zu kaufen. Es wird den Konsumenten sogar chemischer Honig untergejubelt: Eine Mischung aus Malz und Zuckerwasser!
 
Der Autor schafft es, eine sehr unterhaltsame und ausgesprochen kurzweilige Mischung aus sachlichen Informationen und Begebenheiten aus dem Alltag eines Imkers und Bienenliebhabers zu vermitteln. So wird auf der einen Seite das unglaublich komplexe Sozialgefüge der Bienen gut verständlich (und natürlich sehr vereinfacht) erklärt, auf der anderen Seite erfährt man beispielsweise, wie er am Heiligen Abend an seinen Bienenstöcken gelauscht hat um herauszufinden, ob die Tiere in der Heiligen Nacht tatsächlich ein Weihnachtslied summen. 
Eines haben aber alle Anektoden gemeinsam: Aus jeder spürt man Jack Mingos Liebe zu seinen Bienen heraus. 
Ich habe einen grossen Teil des Buches unter dem blühenden Kirschbaum gelesen, immer das Summen der Bienen im Ohr, die eifrig von Blüte zu Blüte geflogen sind und damit dafür gesorgt haben, dass wir uns auch dieses Jahr wieder auf Kirschen freuen dürfen.
Als kleines Dankeschön an die Bienen habe ich dann im neu angelegten Blumenbeet gleich viele bienenfreundliche Pflanzen gesetzt.
Give Bees a Chance

Zum Schluss habe ich nun noch den 12tel-Blick von diesem Monat für euch. 
Es hat sich was getan, der Blick aus meinem Wohnzimmerfenster zeigt wieder richtig viel Grün und dazwischen ein paar wunderschön blühende Bäume!
 
Gerne hätte ich für den April ein Foto gehabt, auf dem auch der Kirschbaum links im Bild blüht. Allerdings hat mir der Bauer einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Wiese gemäht, kurz bevor die Blüten des Baumes aufgegangen sind.
 
Der blühende Kirschbaum auf einer gemähten Wiese ist zwar immer noch ein hübscher Anblick, aber das saftige Grün der ungemähten Wiese mit all den leuchtenden Löwenzahnblüten gefällt mir dann doch besser. 
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Liebe Grüsse,
Nadia

Donnerstag, 28. April 2016

Nestchen, Blüten und eine Gewinnerin

Bei uns im Garten sind alle Nistkästen besetzt. Oder zumindest fast alle, denn derjenige, den ich für die Amseln aufgehängt habe, ist leer geblieben. Dafür schreiten aber regelmässig ganze Amselbanden unsere Rasenfläche ab und ziehen genüsslich Würmer aus dem Boden. Vielleicht entscheiden sie sich ja nächstes Jahr doch dafür, bei uns zu brüten.

Im letzten Jahr ist einer der Nistkästen im Kirschbaum leer geblieben. Diesen Frühling haben wir ihn umplatziert, so dass die Einflugöffnungen in eine andere Richtung zeigen. Und siehe da: Umgehend fanden sich Interessenten!



Nach eingehender Prüfung wurde der Nistkasten für gut befunden und Nistmaterial herbeigeschafft.



Dabei liessen sich die Meisen von mir überhaupt nicht stören.


Vermutlich haben die hübschen Blaumeisen kein Auge für die wunderschönen Kirschblüten, aber ich freue mich sehr darüber.
Sind sie nicht einfach perfekt?

Perfekt - zumindest aus Katzensicht - ist auch das neue Bettchen, das unsere Katzen bekommen haben. Dank der lieben Ines bin ich seit einiger Zeit dem Weinkistenfieber verfallen. Nun kann man aber Weinkisten nicht nur bepflanzen, sondern auch zu anderen Zwecken gebrauchen. Zum Beispiel als Ruheplatz für die Haustiger. 
Dazu habe ich ganz einfach ein Innenkissten in der ungefähren Grösse der Kiste genäht und dieses mit Styroporkügelchen gefüllt, weil Katzen es lieben, auf diesen Kügelchen zu liegen. Das Kissen hat dann eine Hülle aus einem hübschen, gut waschbaren Stoff bekommen.
Weil Indra ausserdem auch auf gehäkelte Decken steht (wirklich!) und immer versucht, sich unter meine weisse Häkeldecke zu kuscheln, hat sie nun aus der Restwolle ihre eigene Decke in Katzengrösse bekommen.

Bei Gelegenheit legt sich auch Shiva gerne ins Bettchen.
Wirklich entspannen kann sie da aber nie, weil sie - wenn sie von Indra entdeckt wird - ganz übel verhauen wird.

Zum Glück habe ich aber noch weitere Kisten im Vorrat, so dass ich wohl demnächst ein zweites Bettchen aufstellen werde. :-)

Vom Katzenbettchen nun nochmals zurück unter den Kirschbaum
Dort habe ich letzte Woche nämlich viel Zeit verbracht. Ich hatte frei und es war herrliches Frühlingswetter. Perfekt! So habe ich es mir oft unter dem weissen Blütenhimmel gemütlich gemacht, habe die Meisen beobachet und ein paar Bücher gelesen. Eines davon will ich euch heute vorstellen.

"Milchsblut"
von Clara Weiss
Verlag: Goldmann

"Einen winzigen Augenblick lang glaubte Elvira, das fahle Licht aus der verstaubten, stoffbezogenen Deckenlampe blende ihre Augen, und hielt sich schützend eine Hand vors Gesicht. Doch in Wirklichkeit war sie geblendet von dem Grauen, das sich vor ihr auftat."
 
Uuuuuh, schöööööön, das hört sich schon mal vielversprechend an! :-) Für mich kommt jetzt wieder die Zeit der Thriller und Krimis. Ich liebe es, unter dem Kirschbaum zu liegen oder im Strandkorb zu sitzen und so richtig schön spannende und unheimliche Bücher zu lesen. So hat mich bei "Milchsblut" auch gleich schon der allererste Satz des Klappentextes gefesselt: "Ein abgeschiedenes Dorf in den Bergen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: ..." Hört sich tatsächlich ein bisschen an wie mein Wohnort...   ;-)

Die vom Klappentext geweckten Erwartungen wurden vom Buch voll und ganz erfüllt oder nein: Sie wurden übertroffen. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Die Autorin versteht es wunderbar, durchs Band weg eine Spannung aufzubauen und auch zu halten, die mich ganz kribbelig gemacht hat. Sie hat einen klaren, fesselnden Schreibstil und schafft mit wenigen Worten und kurzen Sätzen Stimmungen, die den Leser regelrecht in die Geschichte eintauchen lassen. Es werden auch ganz alltägliche Situationen aus dem Leben der Protagonisten geschildert, aber selbst diese beinhalten irgendwie immer einen gewissen Unterton, eine mitschwingende Vorahnung, die den Leser die Sätze fast atemlos verschlingen lässt.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, dass es in der Geschichte Schlag auf Schlag geht, dass nahezu dauernd etwas passiert und dem Leser kaum Zeit gegeben wird, zu Atem zu kommen und sich den Puls etwas beruhigen zu lassen. Wenn man aber genau hinschaut muss man sagen, dass über weite Strecken im Buch nichts an sich Nervenaufreibendes passiert - die Autorin hat aber wie gesagt ein meisterhaftes Talent, auch in Schilderungen von an sich unspektakulären Begebenheiten eine unheimliche Spannung einzubauen. Sie erzeugt mit wenigen Worten eine bedrückende und beklemmende Stimmung bei der man erwartet, dass gleich etwas Ungeheuerliches passiert. Zudem wirkt irgendwann jede Figur im Buch verdächtig.

Hauptperson des Buches ist Elvira, die in einem abgelegenen Weiler lebt. Als der Schnee kommt, ist der Weiler und mit ihm seine Bewohner für Tage von der Aussenwelt abgeschnitten - und auch der Strom fällt aus. Nach und nach kommen Elviras Nachbarn zu Tode. Auf ausgesprochen grausame Art und Weise, und immer ist es Elvira, die die Toten findet. Hat der seltsame Feriengast, der in Elviras Haus wohnt, etwas mit den Morden zu tun? Und was ist mit dem Pfarrer, der sich durch die Schneemassen zum Weiler hochkämpft? Haben die Morde vielleicht sogar einen Zusammenhang mit einer alten Heiligenlegende? 
 
Besonders unheimlich fand ich die Sache mit der verschwundenen Resi - mir ist schon bald der Verdacht gekommen, wo sie sein könnte und am liebsten hätte ich nach hinten geblättert um zu sehen, ob ich recht habe mit meiner Vermutung (hatte ich!). Doch natürlich habe ich - wie es sich gehört - schön brav Seite um Seite verschlungen und so die Spannung bis zur letzten Seite mittragen können. 

Auch wenn man beim Lesen das Gefühl hat, allein daheim zu sein: Ein vorsichtiger Blick über die Schulter kann nie schaden... "Milchsblut" ist ein Buch, das ich jedem Krimifan vorbehaltlos empfehlen kann.


Und zum Schluss will ich euch noch verraten, wer das tolle Buch von hier *click* gewonnen hat. Der Zufallsgenerator hat sich für die Nummer 8 entschieden, und das wäre dann also

die liebe Manu

Herzlichen Glückwunsch! :-) Teilst Du mir bitte per Mail Deine Adresse mit, damit ich das Buch auf den Weg schicken kann?

Ich wünsche euch allen einen schönen Tag.

Liebe Grüsse,
Nadia

Donnerstag, 14. April 2016

Lebenshilfe

Freut ihr euch auch so sehr, wenn sich ein Vogelpärchen dazu entscheidet, seinen Nachwuchs bei euch aufzuziehen?
Blaumeise am Nistkasten vor unserem Haus
Wenn Igel auf einen nächtlichen Besuch vorbeikommen?

"Unser" Igel, der im letzten Sommer und Herbst fast täglich bei uns zu Besuch war.
Oder wenn Wildbienen in eurem Garten Quartier beziehen?
Für sehr viele Tiere ist es leider nicht ganz so einfach, ein passendes Lebensumfeld zu finden. Dabei wäre es gar nicht so schwierig, sie zumindest ein bisschen dabei zu unterstützen. Zu diesem Thema möchte ich euch heute ein Buch vorstellen:
"Igelhaus und Hummelhütte
Insektenhotels und Behausungen für andere kleine Nützlinge"
Autor: Benjamin Busche
Verlag: Bassermann

Das Buch beginnt mit einem gut geschriebenen Vorwort, das - sympathischerweise ohne den sonst oft üblichen erhobenen Zeigefinger - zum Nachdenken anregt und direkt dazu animiert, etwas für die Tiere in unserer Umgebung zu tun, ihnen mit kleinen Hilfestellungen das Leben etwas leichter zu machen.

Der natürliche, unberührte Lebensraum vieler Tiere wird durch uns Menschen immer mehr verkleinert. Wenn man also durch so einfache Massnahmen wie das Aufschichten eines Steinhaufens im Garten, das Aufstellen eines Insektenhotels oder das Zurverfügungstellen von Futter- und Nistplätzen für Vögel eine kleine Hilfe leisten kann - warum nicht?
Auf das Vorwort folgt eine Einleitung, in der dann der erhobene Zeigefinger doch noch zu finden ist. Sympathischerweise aber gleich mit der Bitte des Autors, ihm dies nicht übelzunehmen, gehe es ihm doch darum, die Menschen aufzurütteln und zu überzeugen.
Ackerhummel am Wollziest
Und er hat schon recht: Es erfreut einfach das Herz, wenn Igel im Garten zu Gast sind, Bienen das Insektenhotel dankbar annehmen und Vögel ihre Jungen in den zur Verfügung gestellten Nistkästen aufzuiehen.
Weiter geht's mit Hinweisen zum benötigten Material und dessen Beschaffung sowie einer Auflistung der hilfreichen Werkzeuge.

Und dann geht's los!
Zuerst wird das Tier porträtiert, für das anschliessend gebaut wird, als erstes der Igel.
Für ihn gibt es gleich Anleitungen für drei Häuser in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Mir gefällt das "gemauerte" Exemplar am besten.

Seit letztem Jahr steht in unserem Garten eine Igelkuppel, die tatsächlich schon wenige Tage nachdem ich sie aufgestellt hatte bezogen wurde.
Auch dieses Foto ist natürlich vom letzten Jahr!

Nach dem Igel werden die Wildbienen kurz vorgestellt und es folgen Anleitungen für den Bau von Insektenhotels und Hummelhütten.
 
Ohrwürmer werden nicht vergessen, die allerliebsten Marienkäfer sowieso nicht und auch für ein Florfliegen-Winterhäuschen findet sich eine Anleitung.
Dieses Jahr habe ich bisher noch keinen Marienkäfer gesehen, aber letztes Jahr waren sie sehr zahlreich.
Weiter wird erklärt, wie man ein Schmetterlingshäuschen bauen und einen kleinen Badeteich für Vögel basteln kann. Nisthilfen für Vögel werden vorgestellt, eine Futterstelle für Eichhörnchen und Schlafstellen für Fledermäuse.
Die weisse Schale auf dem Baumstrunk wird von den Vögeln vor allem als Trinkstelle benutzt.
Und hier wird gebadet.

Alle im Buch enthaltenen Anleitungen sind Schritt für Schritt und mit vielen Bildern erklärt, ausserdem gibt es zu jeder Anleitung eine Materialliste und praktischerweise sind auch immer wieder Internetadressen aufgeführt, wo man weitere detaillierte Infos zu Thema findet.
Nachgebaut habe ich bisher noch nichts, dafür aber die Anleitungen schon mal gründlich studiert und bin der Meinung, dass sie gut umsetzbar sein sollten.
Das Buch gefällt mir sehr gut, allerdings schiesst es in gewissen Punkten - für meinen Geschmack - vielleicht ein bisschen zu sehr übers Ziel hinaus beim Versuch, die Unterkünfte für Bienen, Igel & Co. komplett aus natürlichen Materialien herzustellen. So habe ich persönlich wirklich keine Lust, selber Naturharzkleber herzustellen. Ganz besonders nicht, nachdem ich mich am letzten Wochenende versehentlich auf einen harzigen Baumstamm gesetzt habe und mir mal wieder in Erinnerung gerufen wurde, wie schwer man das Zeug los wird - von Jeans und Händen... Aber schlussendlich ist es ja jedem freigestellt, was für Materialen für den Bau effektiv verwendet werden. Hauptsache, man tut etwas!

So wie mein Freund, der letztes Jahr dieses tolle Insektenhotel gebaut hat:
Im Moment herrscht dort reger Betrieb und ich setze mich sehr gerne abends nach der Arbeit oder am Wochenende aufs Bänkchen und schaue dem emsigen Treiben zu.
Im Moment werden die Röhrchen ganz genau inspiziert.

Vorwärts rein zur Begutachtung der Höhle.
Im Rückwärtsgang wieder raus.
Wenn der Platz für gut befunden worden ist: Wenden und mit dem Hinterteil voran wieder in die Höhle rein.
Sehr ihr sie noch?
Und hier kann man sehen, dass je nach Wildbienenart die Nester unterschiedlich verschlossen werden.
Vielleicht kann ich ja mit diesem Post sogar jemanden dazu motivieren, ebenfalls mit relativ kleinem Aufwand den Tieren - seien es Vögel, Insekten oder Igel - das (Über)Leben ein bisschen einfacher zu machen. Das wäre schön!

Liebe Grüsse,
Nadia