Freitag, 31. Juli 2015

Schwedischer Inselsommer

Bei uns hat der Sommer eine Pause eingelegt, es ist fast schon ein bisschen herbstlich. Aber ab Sonntag soll es wieder heiss werden. Von mir aus müsste das nicht sein, nach wochenlanger Hitze und Trockenheit hab ich für dieses Jahr genug vom Sommer und freue mich auf den Herbst.

Trotzdem habe ich heute einen sommerlichen Buchtipp für euch:
"Schwedischer Inselsommer" ist ein wirklich richtig tolles Kochbuch der etwas anderen, sehr speziellen Art, geschrieben von den Schwestern Hannah und Amanda, die uns zu ihrem schwedischen Inselsommer auf der Insel Gotland mitnehmen.
Das Buch zeichnet sich nicht nur durch spezielle Rezepte aus, sondern auch durch wunderbare Aufnahmen, die einen verlocken, gleich alles nachzukochen. Und das Allerbeste: (Fast) alles ist auch für absolut talentfreie Köchinnen wie mich geeignet, da es sich vorwiegend um sehr einfach umzusetzende Rezepte handelt. Zum Beispiel die Schokoladen-Grillpäckchen. Hmmm.... (Allerdings weiss ich nicht, ob man das wirklich als "Rezept" bezeichnen kann oder ob es vielleicht doch eher die Bezeichnung "tolle Idee" verdient.)
Und am liebsten möchte man sich gleich zu den beiden Autorinnen und ihren Freunden mit an den Tisch setzen. :-)
Zwischen den Rezepten sind immer wieder kleine Geschichten aus dem Leben auf Gotland eingeflochten. Für meinen Geschmack ein bisschen zu wenige, ich hätte sehr gerne noch mehr gelesen. Aber der Untertitel des Buches lautet ja schliesslich "Unsere Lieblingsrezepte" und nicht "Unsere Lieblingsgeschichten". :-)

Besonders angetan hat es mir der Käsekuchen mit Erdbeeren und weisser Schokolade (nochmals: hmmmmm...). Abgesehen davon, dass er bestimmt sehr lecker schmeckt, gefällt mir seine gewollte Unperfektheit: Kein glatter, exakter und perfekter Überzug der aussieht wie vom Meisterkonditor, sondern ganz offensichtlich ein schneller, toller Kuchen - und trotzdem (oder gerade deswegen) sieht er so lecker aus. Und niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, das Meisterwerk durch essen zu zerstören! ;-)
Im Weiteren findet man auch Rezepte für Mittsommerschnaps aus Erdbeeren, Rhabarber und Vanille, für Schnaps aus Walderdbeeren und weitere alkoholische Köstlichkeiten.
Ganz angetan bin ich auch von den sommerlichen Aperitifs - allein schon das Foto schaut so erfrischend aus!
Im Buch werden tolle Ideen für ein Picknick am Strand vorgestellt: Gazpacho, die sich ganz leicht in einer Flasche mitnehmen lässt, Dips, Grillhähnchensalat, Himbeermuffins und vieles mehr. Ich habe habe gerade kürzlich Herbsthimbeeren gepflanzt, perfekt für die Himbeermuffins. Und wenn's dieses Jahr noch nicht klappt mit den eigenen Himbeeren, dann greife ich halt auf gekaufte zurück - aber die Himbeermuffins werde ich garantiert nachbacken.Auch die Prinzessinnentorte sieht sehr verlockend aus...
Für kühlere, regnerische Tage finden sich auch Rezepte für "Deftiges" wie zum Beispiel ein feuriger Rindfleischtopf, dann werden noch verschiedene Marinaden, Saucen und Salate vorgestellt, die gehören ja auch zu einem richtigen Sommer dazu.
Und wenn sich der Sommer langsam dem Ende neigt, die Zeit auf Gotland vorüber ist und es ans Heimkehren geht, dann ist die Resteverwertung angesagt und die Autorinnen zeigen ein paar Vorschläge, was man mit Übriggebliebenem zaubern kann.

Ein schönes Buch, das ich mir auch gut als Geschenk vorstellen kann.

Apropos Geschenk: Mein Freund hat mir kürzlich diese alte Auflaufform mit nach Hause gebracht:
 Ich finde sie so schön, mit all den Spuren, die die Zeit auf ihr hinterlassen hat.
Für den Einsatz in der Küche ist sie natürlich nicht mehr geeignet, aber einen Auflauf habe ich dann trotzdem gemacht. Einen Hauswurz-Auflauf.
Passend zu den einfach gehaltenen Rezepten im "Schwedischen Inselsommer" ist auch die Herstellung eines Hauswurzauflaufes ganz einfach. Man braucht nur ein paar Handvoll Erde und verschiedene Hauswurze aus dem Garten (oder aus der Gärtnerei, wenn der Garten nicht genügend hergibt). Erde in die Auflaufform, anfeuchten, Hauswurze drauf, fertig. :-)

Das Ganze stellt man dann möglichst sonnig und gibt wenig Wasser (vor allem wenn man - wie ich - keine Löcher in die Form gebohrt hat). Pflegeleichter geht's gar nicht.

Genau deshalb mag ich Hauswurze so gerne: Weil sie absolut unkompliziert sind und ausser Staunässe fast alles verzeihen. Und es gibt so viele verschiedene Sorten... Klar, dass man da ins Sammlfieber kommt! :-)
Habt einen schönen Tag!
Liebe Grüsse,
Nadia

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Montag, 27. Juli 2015

Die Libelle und das Kreidemädchen


Als ich kürzlich ganz gemütlich im Liegestuhl lag und ein Buch las, hat sich auf der Wiese nebenan eine Libelle niedergelassen.
Zum Glück hatte ich meinen Fotoapparat dabei und ebenfalls zum Glück stand die Libelle ganz offensichtlich gerne für ein paar Bilder Model, bevor sie sich auf den Weiterflug machte.
Mir haben es ganz besonders ihre Flügel angetan. Wie schön sie sind!
Die Fotos sind mein Beitrag zum Makro-Montag.

Und dann habe ich mal wieder ein Buch, das ich euch vorstellen möchte. Nämlich dasjenige, das ich beim Besuch der Libelle gerade gelesen habe:

Das "Kreidemädchen" von Carol O'Connell, erschienen im Verlag btb.


Der Einstieg in die Geschichte war für mich etwas schwierig, da der Schreibstil der Autorin mich zu Beginn irgendwie irritiert hatte. Ich hatte das Gefühl, ich würde mich durch die 541 Seiten durchkämpfen müssen. Nach einer kurzen "Eingewöhnungszeit" war ich aber völlig gefesselt von der Geschichte, gefesselt von den Personen und gefesselt davon, wie grausam Menschen (oder eben Thrillerfiguren) sein können.
Die Geschicht nimmt im Central Park ihren Anfang, wo man mit einer Rattenplage zu kämpfen hat, wo Menschen wie Pakete verschnürt hoch in Bäumen zum langsamen, qualvollen Sterben aufgehängt werden, wo eine Lehrerin auf einem Schulausflug zu Tode kommt und wo ein kleines, einsames Mädchen aufgegriffen wird, das aussieht wie eine Fee mit seinen roten Haaren, der blassen Haut und dem breiten Lächeln.
Detective Kathy Mallory bearbeitet den Fall der in den Bäumen Aufgehängten, in dem auch das kleine Feenmädchen eine Rolle spielt. Dabei baut sie eine Art Beziehung zu dem Kind auf und offenbart dem Leser ihren irritierenden Charakter, der einen (mich) immer schwanken lässt zwischen Sympathie, Abneigung und manchmal sogar Empörung.
Jedes Kapitel wird mit einem kurzen Text eines "Ernest Nadler" eröffnet, von dem man zu Beginn nicht weiss, um wen es sich dabei handelt und was seine Rolle in der Geschichte ist. Je tiefer man jedoch in die Story vordringt, umso bedeuender werden die Anmerkungen von Ernest Nadler...
Die Geschichte ist spannend, durchdacht und vielschichtig aufgebaut, dabei aber immer problemlos verständlich, so dass man gut nachvollziehen kann, was passiert. Für mich ist das wichtig. Ich mag es gar nicht, wenn die Handlungen und Beziehungen in einem Buch so kompliziert sind, dass man nebenher fast noch Namenslisten, Stammbäume und Verwandtschaftstabellen führen muss, um die Handlungen nachvollziehen zu können.
Ein Thriller, der zwar nicht vollständig auf blutige Schilderungen verzichtet, hauptsächlich aber von der psychischen Grausamkeit lebt, zu der Menschen fähig sein können und den Leser damit in seinen Bann zieht. Und so war ich auch sehr überrascht (und tatsächlich ein bisschen enttäuscht), auf einmal schon auf der letzten Seite angelangt zu sein.
Und nachdem ich nun den Einstieg in den Schreibstil von Carol O'Connor gefunden habe, giere ich nach mehr. :-) Es wird bestmmt nicht das letzte Buch gewesen sein, das ich von dieser Autorin gelesen habe.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche.
Liebe Grüsse,
Nadia

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Donnerstag, 23. Juli 2015

Leben und Kochen wie in Bullerbü

In meinem ganzen Leben habe ich nur eine einzige Person angeschrieben, um sie um ein Autogramm zu bitten: Astrid Lindgren.
Bild: www
Ihre Autogrammkarte halte ich seit ungefähr 30 Jahren in Ehren, denn "Wir Kinder von Bullerbü", "Mio, mein Mio" und "Madita" waren meine absoluten Lieblingsbücher (Pippi Langstrumpf fand und finde ich dagegen ziemlich doof). Und obwohl ich fast alle meiner Bücher nach dem Lesen weggebe, würde mir das bei denjenigen von Astrid Lindgren nicht im Traum einfallen.
 
Natürlich freue ich mich jetzt auch entsprechend, dass ich euch "Leben und Kochen wie in Bullerbü" vorstellen darf, ein wunderbares Buch, das mir der Verlag Kailash freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür! 
Schon das Titelbild des Buches hat mich angesprochen: Der Ausschnitt einer typischen schwedenroten Häuserfassade, darauf eine Auswahl hübscher Fotos. Das erste Durchblättern des Buches überzeugt vollends: Eine ansprechende Aufmachung mit schönen Bildern und übersichtlicher Gestaltung.

Und dieser schöne Blümchendruck auf der Innenseite des Buches...
Allein schon deswegen muss man das Buch ja schon fast kaufen, oder? ;-)

Überrascht war ich vom kleinen Format des Buches, allerdings weder positiv noch negativ - ich hatte es mir ganz einfach grösser vorgestellt (warum auch immer).

Das Innenleben des Buches ist nach Jahreszeiten aufgeteilt, und man findet zu jeder Saison passende Tipps, Rezepte, kleine Geschichten, Infos zum Leben im Norden und Zitate aus den Bullerbü-Büchern.
Viele der vorgestellten Rezepte sind überraschend einfach und sehen sehr verlockend lecker aus.
Die Bastel- und Dekoideen sind unkompliziert und sicher schnell umzusetzen.

Besonders gefallen hat mir das Kapitel über Weihnachten. Obwohl es schon sehr speziell ist, bei gut 30 Grad im Strandkorb zu sitzen, über nordische Weihnachtsbräuche zu lesen, weihnachtliche Bastelanleitungen zu studieren und sich mit Schmetterlingsgeflatter im Augenwinkel und Vogelgezwitscher im Ohr auf die Advents- und Weihnachtszeit zu freuen. :-)

Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist das Lesebändchen - ich schätze es immer sehr, wenn ein solches vorhanden ist (obwohl es in diesem Fall wirklich nicht unbedingt giftgrün hätte sein müssen, schwedenrot hätte ich persönlich viel passender gefunden).

Auf jeden Fall ein Buch, das lesenwert ist und sich auch als Geschenk für jeden Skandinavien- oder Astrid Lindgren-Fan bestens eignet.

Habt einen schönen Tag.
Liebe Grüsse,
Nadia

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Montag, 20. Juli 2015

Es ist Sommer!

Nachdem es mir in der letzten Zeit einfach zu heiss zum Bloggen war, bin ich heute mal wieder beim Makro-Montag dabei.

Die Biene hat sich als Fotomotiv geradezu aufgedrängt. :-)
 Die Fotos sind - wie diejenigem vom letzten Post - am Waldrand entstanden.
Direkt nach dem letzten Foto ist die Biene dann auf und davon, zur nächsten Blüte.
Wie gesagt ist es bei uns noch immer sehr heiss. Was soll man da in der Freizeit also anderes machen als lesen (und Blumen wässern)?

Mein Berg an tollen Büchern ist wieder ein bisschen angewachsen und ich möchte diese Woche nutzen, um euch einige davon vorzustellen. 

Den Anfang macht "Wohnen ist ein Gefühl" von Martina Goernemann, erschienen im Verlag Bassermann.
Einige von euch werden dieses Buch wohl schon kennen, schliesslich ist es nicht ganz brandneu - aber dennoch auf jeden Fall eine Vorstellung wert, finde ich.

Das Buch ist rundum ein Vergnügen: Der Einband fühlt sich gut an, die Seiten haben eine schöne Dicke, die Bilder sind ausnahmslos eine Augenweide und der Schreibstil der Autorin hebt sich so wohltuend von den herkömmlichen Dekobüchern ab, dass ich ihr Nachfolgewerk auf jeden Fall auch noch haben muss. :-)
Frau Goernemann gibt Tipps, wo man tolle Deko findet - klar, auf Flohmärkten, das wissen wir alle. Aber wer wäre schon auf die Idee gekommen, im Urlaub in Bau- und Supermärkten nach aussergewöhnlichen Schmuckstücken bzw. gar Tapeten oder Badewannen für's Daheim Ausschau zu halten?
Nach "Bild für Bild"-Anleitungen und "man nehme", "man braucht" und "man mache" sucht man im Buch vergeblich. 
Dafür findet man aber reichlich generelle Tipps, Vorschläge und Ideen, die den Leser anregen selber kreativ zu werden, mal wieder auf einem Flohmarkt zu stöbern und frischen Wind ins eigene Daheim zu bringen.
Besonders gut hat mir die Idee gefallen, ein eigenes Wohnungsduftwasser herzustellen, denn "Wohnen geht durch die Nase". Hat was, oder? Da werde ich mich sicher mal damit beschäftigen, da ich Raumdüft wirklich sehr gerne mag. Und ein selbst hergestellter... Das wäre was!
 
Die Autorin zeigt auch gleich noch auf, wie man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann:
Ein Flohmarktbesuch ist nicht nur dazu geeignet, wunderbare Schätze nach Hause zu tragen,
sondern lässt einen auch gleich noch abschätzen, ob mit der neuen Kollegin eine Freundschaft möglich ist (oder ob sie einem alles vor der Nase wegschnappt) und somit natürlich auch, wie man selber so drauf ist. Mag man anderen ein Schnäppchen von Herzen gönnen oder geht man doch ein bisschen verkrampft und verbissen an die Sache ran und möchte alles selber haben?
Wirklich ein sehr empfehlenswertes Buch, in dem ich immer wieder gerne blättern und stöbern werde, allein schon wegen all der schönen Bilder.

Und ausserdem enthält das Buch sogar noch eine durchaus taugliche "Anleitung zum guten Leben"! :-)
In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Tag.

Liebe Grüsse,
Nadia

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MakroMontag
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I Heart Macro

Freitag, 10. Juli 2015

Am Waldessaum

Die letzten Tage war es bei uns sehr heiss - zu heiss für mich. Ich vertrage so hohe Temperaturen ganz schlecht und habe mich entsprechend erst in den Abendstunden aus dem Haus gewagt, als es draussen "kühler" wurde. Viele meiner Pflanzen gehen in die Knie, der Rasen wird braun, und das Allerschlimmste: Alle Rotschwänzchen-Nestlinge sind tot, der Hitze zum Opfer gefallen. Zum Glück haben die Rotschwänzchen-Eltern nicht lange getrauert und sofort mit dem Bau eines neuen Nests angefangen (übrigens wieder genau unter dem Dach, dort wo es am heissesten wird - aber wo auch sicher keine Katze oder ein sonstiger Nesträuber hinkommt). Hoffen wir, dass sie ihre zukünftigen Jungen heil aus dem Nestchen bekommen.
Wir haben uns am vergangenen Wochenende in die Kühle (na ja...) des Waldes geflüchtet und dabei habe ich für einmal ein besonderes Augenmerk auf den Waldrand gelegt.
Natürlich steht da auch ein Hochsitz (seht ihr ihn, ganz rechts im Bild?) und ich bin sicher, in der Dämmerung kann man von dort viele Tiere beobachten.

Aber auch am Nachmittag gab es viel zu sehen. Ein C-Falter, der sich im Schatten eine Pause gegönnt hat,
jede Menge Insekten,
 
 
 

manche davon kopfüber im Futter. :-)
 
Das Tagpfauenauge wollte leider nicht so gerne aufs Foto und ist nach dieser einen Aufnahme sofort weitergezogen.
Ausserdem wachsen am Waldrand jede Menge Him- und Brombeeren, die meisten davon sind aber noch nicht reif.
 
In der nächsten Zeit werde ich dieser Stelle sicher wieder einmal einen Besuch abstatten - ausgerüstet mit einem Eimerchen, um die dann hoffentlich reifen Beeren mit nach Hause zu nehmen.
 
Blümchen gab es zu sehen und Brennesseln,
 
ein lauschiges Plätzchen für eine Pause,
Beeren, deren Namen ich nicht kenne,
ein Vogel-Daheim,
und hier müsst ihr euch den Maulwurf, der oben auf dem frisch aufgeworfenen Hügel thront, einfach dazu denken. :-)
Diese Reifenspuren sind ein schöner Übergang zu meinem nächsten Thema.
In meinem Fall sind es zwar die Spuren eines Traktors, aber es könnte ja auch sein, dass jemand heimlich in der Nacht eine Leiche... Ihr ahnt es: Heute handelt es sich bei meinem Buchtipp wieder um einen Thriller. :-)
"Der Jungfrauenmacher" von Derek Meister ist ein Thriller, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Schon der Prolog ist spannend: Es wird eine interessante, aber an sich ungefährliche Begebenheit erzählt, die dann ohne Vorwarnung ein so krasses Ende findet, dass ich dachte "Waaaas?!? Habe ich richtig gelesen?!" - und die Stelle gleich nochmals durchlesen musste.
Die Geschichte dreht sich um den jungen Polizeichef Knut Jansen, der sein Amt als Revierleiter eben erst übernommen hat und mit allerlei Widerständen kämpfen muss. Dann wird während eines Sturms auch noch eine Mädchenleiche angespült - und natürlich bleibt diese Tote nicht die einzige in dieser Geschichte.
Jansen bittet Helen Henning um Hilfe. Henning war für einige Jahre beim FBI als Profilerin tätig, hat nach einem traumatischen Erlebnis aber die USA verlassen und ist wieder nach Haue zurückgekehrt. Offensichtlich handelt es sich beim Täter um einen Serienmörder, und Jansen, der sich in seinem ruhigen Dorf bisher nur mit kleinen Delikten beschäftigen musste, braucht dringend Hennings Unterstützung und ihre Kenntnisse bezüglich Serientätern. Henning ist zu Beginn alles andere als gewillt, sich in die Ermittlungen einzuschalten, tut es dann aber doch und wird zu einem wichtigen Bestandteil der Story.
Besonders spannend fand ich, dass das Buch quasi in zwei Erzählstränge aufgeteilt ist - man ist auch beim Mörder "mit dabei", ohne zu wissen, um wen es sich handelt. Natürlich habe ich auch bei diesem Buch wieder Vermutungen angestellt, verdächtigt und die Verdächtigungen verworfen, habe aber bis zum Schluss nicht herausgefunden, um wen es sich beim Täter handelt. Und als das Geheimnis dann gelüftet wurde, war ich einmal mehr geschockt - damit hätte ich nie gerechnet!
Das Buch ist eine wirklich richtig tolle Mischung aus leichter Kost (der Schreibstil von Herrn Meister ist sehr flüssig und gut zu lesen, zwischendurch gibt es sogar witzige Stellen) und immer mal wieder ohne Vorwarnung kommenden Schockern, die mich die eine oder andere Stelle nochmals haben lesen lassen. Interessant fand ich auch, dass es der Autor blendend versteht, die Phantasie des Lesers anzuregen. Seine Erzählungen sind an sich nicht wirklich blutig (da habe ich schon viel Schlimmeres gelesen), aber er streut Details ein, die dann sofort das Kopfkino in Gang setzen und für Gänsehaut sorgen. Perfekt!
Die ganze Geschichte ist sehr komplex und dennoch gut nachvollziehbar und verständlich aufgebaut und ich habe es in drei Tagen durchgelesen. Gegen Ende konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe bis tief in die Nacht gelesen.
Ein Buch, das ich wirklich als perfekte Sommerlektüre empfehlen würde.
Kerstin, ich glaube, Deine Leseliste ist gerade nochmals ein bisschen gewachsen, oder? ;-)

Liebe Grüsse,
Nadia