Dienstag, 3. November 2015

Die pure Lust am Landleben

Follow my blog with Bloglovin Wer auf dem Land lebt, wird früher oder später vom "Selbstversorger-Virus" befallen. Auch ich bin nicht davon verschont geblieben. 
Allerdings hält es sich bei mir in Grenzen, das heisst, ich stelle mir zwar oft vor, was man alles selber einmachen, kochen, backen und anpflanzen könnte. Aber das ist Theorie, die Praxis sieht anders aus. So habe ich ja nicht einmal einen Gemüsegarten - weil mir bewusst ist, wieviel Arbeit das bedeutet. Nebst dem Job und all den anderen ohnehin anfallenden Arbeiten im und ums Haus möchte ich auch gerne noch etwas freie Zeit haben um zu lesen, basteln, handarbeiten oder auch mal einfach nichts zu tun. Ganz ehrlich: Im Moment freue ich mich darüber, dass es im Garten (fast) nichts mehr zu tun gibt und ich wieder mehr Zeit für anderes habe. Zum Beispiel auch, um euch dieses Buch vorzustellen. 

Autorinnen: Marlies Heinritzi und Christiane Widmayr-Falconi,Verlag: Mosaik

Dieses Buch begleitet mich seit dem vergangenen Sommer und immer mal wieder habe ich ein paar Seiten darin gelesen. Es ist unterteilt in verschiedene Jahreszeiten-Kapitel, welche dann selber auch wieder verschiedene Themen haben.
So ist es den Autorinnen gut gelungen, eine wahre Fülle von Informationen der verschiedensten Art ins Buch zu packen, ohne Unübersichtlichkeit aufkommen zu lassen.
Es finden sich jede Menge Rezepte, Bastelideen und viel Wissenswertes zum Thema Natur, Traditionen und Bräuche (und - wie man auf dem Bild sieht - ein tolles Lesebändchen. Ich liebe Bücher mit Lesebändchen!).
Immer wieder finden sich im Text auch kleine Kästchen mit dem Titel "Marlies Tipp", wo man kurze, kleine Hinweise beispielsweise zum vorgestellten Rezept erhält oder aber Kästchen mit dem Hinweis "Marlies erzählt", wo Frau Heinritzi auf charmante Art und Weise Nebensächlichkeiten ins Buch einfliessen lässt (Beispiel: "Unsere Kühe verbrachten während der Weidesaison ihre Nächte zwischen Apfel- und Birnbäumen.")
Für sich genommen eigentlich nicht sooo interessant, aber weil es im Kapitel "Herbstzeit, Apfelzeit" eingefügt ist, halt doch sehr herzig, da man fast das Gefühl bekommt, mit der Autorin im Gespräch zu sein und diese Information da dann so "nebenbei" zu erhalten.

Wirklich ein Schatzkästchen an Informationen. Zugegeben: Beim allerersten (flüchtigen) Durchblättern dachte ich: Zuviel, zu überladen. Aber: Die wirklich gelungene Aufteilung und Gliederung macht's möglich, dass man nie das Gefühl hat, ein zusammengewürfeltes Sammelsurium in Händen zu halten. Der Aufbau des Buches ist gut strukturiert und wohl durchdacht. Im Winter werden dem Leser beispielsweise Bastelideen und Blaudruck vorgestellt. Wenn der Garten ruht, wollen die Hände dennoch beschäftigt sein.:-)
 
Sogar zur Käse- und Butterherstellung gibt es ein Kapitel! Das werde ich wohl selber nicht ausprobieren (allein schon deswegen, weil ich keinen Käse mag), aber interessant zu lesen ist es allemal.
Sehr spannend finde ich auch die mögliche Verwendung von Wildkräutern, sei es nun zum Kochen oder als "Notfallapotheke" bzw. - wie es die Autorinnen ausdrücken: "Erste Hilfe aus Beet und Wiese".
All die Texte werden begleitet von wunderbaren Bildern, die nie gestellt wirken sondern vielmehr so, als ob sie quasi "per Zufall" entstanden seien. 
Ein sehr sympathisches, reichhaltiges Buch, das ich sicher immer wieder gerne zur Hand nehmen werde. Und vielleicht ist es ja auch ein passendes Weihnachtsgeschenk? Einem Freund des Landlebens würde man damit sicher eine Freude fürs ganze Jahr bereiten.

Ach so, und wer sich jetzt fragt, was die Quitten auf dem ersten Foto mit der Buchvorstellung zu tun haben: Ich habe für ein bisschen Landleben-Feeling gesorgt und (geschenkte) Quitten zu Gelee verarbeitet. Das ist vielleicht eine Arbeit... Aber es hat sich gelohnt, auch wenn das Gelee nur zum Verschenken gedacht ist. Selber mag ich es nämlich nicht... ;-)

Liebe Grüsse,
Nadia

Kommentare:

  1. Liebe Nadja
    Oh ja so Quitte zu verarbeiten ist wirklich Arbeit - da vergeht die Zeit wie im Fluge und die geschnittenen Quitten reichen immer noch nicht um auf die vorgegebene Rezeptmenge zu kommen ;-) danke für den Buchtipp.
    Herzliche Grüsse
    Mirjam

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  2. Hallo Nadja,
    oh, Du magst Dein Geleegar nicht? Wir haben vor drei Jahren auch Berge geschenkt bekommen und dann habe ich verschiedene Rezepte ausprobiert. Eins war mit Quitten-Apfel und Wein, total lecker. Wenn im Winter unerwartet Besuchkam, gab es immer Waffeln mit dem Mus und Sahne, das war der Renner. Hier gibt es kaum Quitten und auf dem Markt sind sie recht teuer und dann noch die Arbeit... Aber die Beschenkten werden sich bestimmt riesig freuen.
    In dem Buch habe ich auch schon geblättert und ich fand es auch herrlich, aber leider kann man nicht jedes Buch kaufen.
    LG
    Manu

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  3. Hier oben sind Quitten richtige Mangelware, ein einziges Bäumchen habe ich entdeckt und die Versuchung war groß nicht ein paar zu stibitzen. Am meisten liebe ich bei Quitten wenn sie in der Schale vor sich hin duften
    und der ganze Raum so fein riecht.
    Viele liebe Grüße, Patricia

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  4. Mir geht es ganz wie Dir, liebe Nadia! Ich liebe Lesebändchen ;)) aber ich liebe auch Quittengelee ;)) auf einem knusprigen Kürbisbrot.. mmmhh!! Das nächste Mal im Buchladen werde ich Ausschau nach dem Buch halten.. kurz reinlesen lohnt sich immer, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Ganz liebe Grüße, Nicole (deren Waschgeschirr leider noch keinen neuen Besitzer gefunden hat.. schnüffel!)

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  5. Liebe Nadia,
    Quitten-Gelee - das liebe ich heiß und innig, allerdings habe ich es nur ein einziges Mal selbst hergestellt, denn es ist schon sehr viel Arbeit. Sicher werden sich die Beschenkten sehr darüber freuen, denn du hast es auch noch sehr schön verpackt.
    Deine Buchvorstellung hört sich sehr interessant an. Die Fotos sprechen auf alle Fälle für sich!
    Ich wünsche dir einen schönen Abend!
    Liebe Grüße Annisa
    PS: Sorry, musste mich verbessern!

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  6. Liebe Nadia
    Es ist immer fantastisch, wenn du Bücher vorstellst. Ich finde deine Ausführungen immer sehr inspirierend und manchmal kommt es mir vor, als hätte ich das Buch Heyde selber gelesen ;-). Oje! Du magst keinen Käse und kein Quittengeleé - ich liebe das und am besten gleichzeitig ;-).
    Vor ein paar Jahren waren wir von Frühjahr bis Herbst auch Selbstversorger..,.,leider musste ich unseren (meinen) Garten aufgeben und jetzt freue ich mich einfach, wenn ich mal was geschenkt bekomme oder auf dem Hof was einkaufen kann.
    Liebe Grüsse
    Nadja

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  7. ....sorry, Kommentare mit dem Smartphone sind tückisch ;-). Warum sich da "Heyde " eingeschlichen hat....ist mir ein Rätsel *gg*

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  8. Liebe Nadia!
    Da sagst Du was, man muss echt gut aufpassen, damit einen Haus und Garten nicht förmlich verschlingen! Und ein Vollzeitjob ist ja nicht zu unterschätzen, da weiß ich, wovon wir sprechen!
    Liebe Grüße zu Dir!
    Vanessa

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