Mittwoch, 7. Oktober 2015

Ein Herz im Wald - und ein Mann ohne Herz

Heute habe ich wieder einmal eine Buchvorstellung für euch. Aber zuerst machen wir einen Spaziergang durch den Wald.

Die Jugend- und Kulturkommission in unserem Dorf hat vor einiger Zeit dazu aufgerufen, aus Materialien, die in der Natur zu finden sind, vergängliche Kunstwerke zu schaffen. Diese Kunstwerke wurden im Wald her- und aufgestellt, drapiert und zu einer kleinen Ausstellung zusammengestellt, die durchaus sehenswert war. Als wir uns die Objekte angeschaut haben, lagen, standen oder hingen sie schon über eine Woche im Wald und teileise war gut ersichtlich, dass sich Wildtiere oder der Zahn der Zeit (hier in Form von Schimmel) daran gütlich getan hatten.
Ich habe nur einige diese vergänglichen Kunstobjekte fotografiert und war beeindruckt von der Kreativität und der Arbeit, die in die Werke gesteckt wurde.
Bei manchen hat mir ein ganz bestimmter Ausschnitt besonders gut gefallen,
andere erinnerten mich ein bisschen an eine Gedenkstätte ;-)
aber am allerschönsten fand ich das Herz aus roten Beeren, Moos und Holz,
mit passendem Spruch:
Vom Wald mit Herz kommen wir nun zum "Mann ohne Herz" (geschrieben von Camilla Grebe und Åsa Träff, erschienen im btb Verlag). :-)
Ich liebe Thriller, je schlimmer, desto besser. Natürlich hat mich deshalb auch gleich der Klappentext des Buches angesprochen: Sommer in Stockholm. Die Nächte hell, die Temperaturen ungewöhnlich hoch. Für Siri Bergman ist es der erste Tag in ihrem neuen Job. Nachdem ihre Praxis schließen musste, arbeitet die Psychotherapeutin nun bei der Polizei – als Profilerin soll sie psychologische Täterprofile erstellen. Gleich ihr erster Fall ist von großer Brisanz: Ein Mörder hat es auf attraktive, gut situierte Männer abgesehen – homosexuelle Männer. Er tötet sie und schneidet ihnen das Herz heraus. Ist der Mörder ein verrückter Schwulenhasser? Oder deutet die Grausamkeit der Tat auf einen ganz anderen Zusammenhang hin?
 
Zudem fand ich das Cover recht ansprechend. Ich mag es, wenn Bücher eher dezent und nicht allzu bunt gestaltet sind und man sie auch mal auf dem Sofatischchen liegenlassen kann, ohne dass sie gleich alle Blicke auf sich ziehen. Das ist hier definitiv gelungen, trotz der roten Schrift des Titels.

Gespannt habe ich mich dann ans Lesen gemacht und wurde keineswegs enttäuscht. Von der ersten Seite an empfand ich die Geschichte als fesselnd und sehr flüssig lesbar geschrieben, die Personen haben von den beiden Autorinnen eingängige Charaktere verliehen bekommen - wenn einem auch nicht alle gleich sympathisch sind (ist im wahren Leben ja auch nicht anders!). Gerade auch die Hauptperson, Siri Bergmann, empfand ich teilweise sowohl im Verhalten wie auch im Charakter einigermassen irritierend. Das hat meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan.
 
Die Geschichte selber empfand ich wie gesagt als spannend aufgebaut, ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. So pendelt man als Leser immer wieder zwischen dem aktuellen Geschehen und der Vergangenheit hin und her. Im Jetzt ist natürlich Siri Bergmann die Hauptperson, ihr Leben mit allen ihren Problemen wird ziemlich detalliert geschildert, und wenn auch vieles davon - rückblickend betrachtet - rein gar nichts mit dem Thriller an sich zu tun hat, fand ich es dennoch spannend zu lesen. In den Kapiteln, die von der Vergangenheit erzählen, erfährt man einiges über einen jungen Mann namens Jens, sein Glück und Unglück, seine Lebens-, Liebes- und Leidensgeschichte. Gegen Ende des Buches nähern sich das Hier und Jetzt und die Vergangenheit immer mehr an, was die Spannung erhöht.
 
Als gegen Ende der Gesichte klar wird, wer der Täter ist, war das für mich überraschend - ich war zuvor auf der völlig falschen Fährte. Und das mag ich: Wenn nicht von vornherein klar ist, wer was warum getan hat.
 
Zwar mag die Geschichte im Rückblick betrachtet einige kleine Schwachstellen haben. Aber während des Lesens konnte ich problemlos darüber hinwegschauen, weil es die Autorinnen vorzüglich  verstanden haben, immer genügend Spannung aufzubauen, um den Leser auf die nächste Seite voranzutreiben.
 
Wer also nach guter, spannender Unterhaltung sucht, die zwischendurch auch ziemlich blutig sein darf (ohne dabei für schlaflose Nächte zu sorgen!), ist mit diesem Buch sicher gut bedient.

Liebe Grüsse,
Nadia

Kommentare:

  1. das ist ja mal ne richtig klasse idee mit den vergänglichen kunstwerken im wald. die spirale mit den äpfeln und steinen hat es mir angetan. und mann ohne herz??? hihi, ich lese lieber schnulznbücher wo männer (fast schon übertrieben viel) herz haben.
    glg kuni

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  2. Liebe Nadia,
    die Kunstwerke aus und in der Natur gefallen mir sehr. Was für eine schöne Idee! Die Fotos sind toll und zeigen wirklich ganz außergewöhnliche Kunstwerke.
    Deine Buchvorstellung klingt sehr interessant!
    ich wünsche dir einen schönen Abend!
    Liebe Grüße Andrea

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  3. Liebe Nadia, wunderbare Kunstwerke hast du uns da mitgebracht. Ich finde die Idee einfach toll, da staunt man über die Kreativität, die doch manchmal verborgen ist. Deine Buchvorstellungen mag ich immer sehr, aber sie sind auch meist viel zu verlockend. Mal sehen, wie lange ich widerstehen kann. Herzlichste Grüße Daniela

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  4. Liebe Nadia,
    das ist ja mal eine tolle Ausstellung. Das Herz aus den roten Beeren ist klasse, aber auch die Schneckenhäuser finde ich schön.
    Nur in Sachen Bücher komme ich bei einem Thriller nicht in Begeisterung. Das ist einfach nichts für einen Angsthasen wie mich...
    Dir einen schönen Leseabend, ganz liebe Grüße
    Nicole

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  5. liebe Nadja,
    so eine schöne Idee, Kunstwerke im Wald!
    Das herz ist einfach wunderschön!
    liebe Grüße
    Gerti

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  6. Liebe Nadia
    Solche Sachen finde ich auch immer toll und die sind so sehenswert. Wir hatten einige Jahre einen Märliwald für die Kinder. Jeden Monat gab es ein neues Märli und meine Kinder und ich freuten uns jeweils darauf. Jetzt gibt es diesen schon lange nicht mehr, weil auch hier herzlose Typen dafür sorgten, alles zu Kleinholz zu verarbeiten ...,,so schade.
    Liebste Grüsse
    Nadja

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  7. Das ist eine Kunstausstellung nach meinem Geschmack, liebe Nadia!! Besonders die gelegte Schnecke aus Äpfeln und anderen vergänglichen Materialien finde ich großartig.. mich wundert es nur, dass sie noch so gut ausschaut, wäre ich Waldbewohner, ich hätte mich schon genüßlich darüber hergemacht ;))
    Herzlichst, Nicole (die leider keine Thriller liest ;))

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  8. Liebe Nadia,
    diese Naturkunstwerke sind wirklich eine klasse Sache das hätte ich mir auch gerne angeschaut und es animiert mich irgendwie zum nachmachen, so ab und zu auf einem Spaziergang etwas schönes zurück zu lassen und später nach zu schauen ob und wie es noch da ist.
    Herbstgrüße von mir zu dir,
    Patricia

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  9. Das sind wundervolle Kunstwerke, sowas hab ich noch nie gesehen. Eine sehr kreative Idee! Sollte man öfter zeigen.

    Sigrun

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  10. Liebe Nadja,
    wirklich tolle vergängliche Kunstwerke. Da macht ein Spaziergang in der Natur noch mehr Freude.

    Grüessli
    Julia

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  11. Liebe Nadia,
    das ist eine super Idee.....eine Ausstellung im Wald......mit Naturmaterialien ....ohhhhh...das hätte ich mir auch gerne angeschaut oder vielleicht auch gerne mitgemacht! Danke, das du uns mitgenommen hast und mir gefällt eindeutig auch das Herz!!!
    A lieabai Umarmig
    Yvonne

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  12. Liebe Nadia!
    Das ist ja eine schöne Idee, diese Kunstwerke. Das Herz ist wirklich schön, aber mir gefällt natürlich das Schneckenhaus bzw. die Spirale auch sehr gut.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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  13. Ich liebe die kleinen frechen Spatzen auch. Du hast sie gut eingefangen mit Deiner Kamera, besonders das 1., wo er die Flügel spreizt ist super gelungen.

    Die Waldkunst finde ich ja eine tolle Idee. Obwohl man nicht mit Essware spielt finde ich die Apfelspirale sehr faszinierend, , gerade weil die Äpfel sich in einem unterschiedlichen Statium befinden...Herbst eben.

    Ein schönes Wochenende wünscht Dir BAstelfeti

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