Donnerstag, 13. August 2015

Gefiederter Besuch und geschenktes Buch

Kürzlich wurde mir vom Verlang Blanvalet freundlicherweise ein Buch zur Verfügung gestellt, über welches ich eine Rezension schreiben darf (kommt gleich!). Natürlich lese ich im Moment meistens am Abend draussen, wenn es nicht mehr so unerträglich heiss ist.
 
Ab und zu bekomme ich dann Besuch. Von einer Nachbarin. Von einer Katze. Oder auch mal von einer Bachstelze. :-)
Zuerst hat sie mich aus sicherer Distanz beobachtet, doch dann hat sie sich neugierig immer näher herangewagt.
 Vielleicht wollte sie sich auch einfach nur ein bisschen im Schatten ausruhen.

 Oder sie hat gehofft, etwas Leckeres im Rasen zu finden. :-)

Hübsch und fotogen ist sie auf jeden Fall, oder?

Die Bachstelze hat meine Lektüre unterbrochen, aber das war überhaupt nicht schlimm. Denn das Buch, das ich euch heute vorstellen darf, ist ... sagen wir mal so: Nicht so ganz meins. :-)

"Der Lilienmörder" von Jane Casey, erschienen im Blanvalet-Verlang.

Der Klappentext hat mich vermuten lassen, dass es ein Buch ganz nach meinem Geschmack sein könnte:

"Er trifft sich mit Frauen. Gewinnt ihr Vertrauen. Und tötet sie. Das ist alles, was Maeve Kerrigan über den Täter weiß. Auf sadistische Art und Weise entfernt er seinen Opfern die Augen und schneidet ihnen die Haare ab. Dabei hinterlässt er an keinem der Tatorte Spuren, lediglich weiße Lilien. Lange tappt Maeve im Dunklen – bis ein dritter Mord geschieht, der auf ihren Kollegen Josh Derwent hinweist. Und es ist nicht das erste Mal, dass Derwent der Verdächtige in einem Mordfall ist. Einem Mordfall, der mit diesem dritten Verbrechen scheinbar viele Ähnlichkeiten aufzuweisen hat und zurück in seine Vergangenheit führt..."

Ich habe mich geirrt. Der Anfang - das heisst die ersten paar Seiten - war zwar noch einigermassen okay, obwohl ich es nicht so gerne mag, wenn die Autoren den Personen in ihren Büchern allzu ungewöhnliche Namen geben. Ich möchte zumindest ansatzweise wissen, wie man die Namen wohl richtig ausspricht - und bei "Olesugwe" muss ich wirklich passen. Und zu allem Überfluss sind da auch noch die Schwestern, die tatsächlich "Princess" und "Blessed" heissen - da wundert es mich eigentlich sehr, dass nicht deren Eltern die ersten Mordopfer im Buch sind... Ausserdem hatte ich aufgrund dieser aussergewöhnlichen Namen einen Moment lang das Gefühl, in einem Fantasy-Roman mit Elfen, Feen und Kobolden gelandet zu sein.

Auf die ersten paar halbwegs spannenden Seiten folgt schon bald sehr, sehr viel Blabla, das ich mir nur deshalb angetan habe, weil mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde. Hätte ich es mir selbst gekauft, hätte ich es zugeklappt, als Fehlkauf verbucht und jemandem weitergegeben, der vielleicht mehr damit anfangen kann. Aber wie gesagt, ich habe mich durchgekämpft und mir endlos scheinende Abhandlungen darüber angetan, welche U-Bahn-Linien die Ermittler nehmen müssen um an den Tatort zu gelangen, dass Maeve für das herrschende Wetter die falschen Schuhe angezogen hat und weshalb sie sich keinesfalls bei ihrem Kollegen Josh unterhaken will.

Vermutlich könnte man das Buch locker um die Hälfte kürzen, ohne irgendwelche für die Story halbwegs relevante Ereignisse wegzulassen. Spannender würde es deswegen leider trotzdem nicht, die Geschichte zieht sich zäh wie Kaugummi. Ungefähr ab Seite 200 wird es zwar etwas besser, als nämlich der unter Mordverdacht stehende Polizist Josh die Geschichte erzählt, deretwegen er vor vielen Jahren schon einmal als Mordverdächtiger in den Fokus der Ermittler gelangte. Aber im Nachhinein weiss ich gar nicht recht ob diese Passage wirklich spannend war. Vielleicht war ich auch bloss erleichtert, dass endlich mal wieder überhaupt ein bisschen Bewegung in die Story gekommen ist.

Kurz nach Seite 300 (von insgesamt 576) wusste ich, wer der Täter ist, und zwar mit einer solchen Sicherheit, dass ich viel darauf gewettet hätte (und ich wette eigentlich nie!). Heisst also: Noch gut 270 Seiten lesen, obwohl man das Ende schon kennt. Spannend ist anders...

Kurz gesagt: Ein Buch, das man nicht gelesen haben muss. :-)

Was man aber dafür unbedingt gesehen haben muss:
Dieses Mal haben es die jungen Rotschwänzchen geschafft und die Hitze unterm Dach überlebt. Vor einigen Tagen sind sie ausgeflogen, und dieses herzige Exemplar hat sich - mit etwas grimmigem Blick zwar, aber immerhin - fotografieren lassen. Ich hoffe jetzt schon, dass sie ihre erste Reise in den Süden gut überstehen und im nächsten Frühling wieder zurückkommen.

Habt einen schönen Tag!

Liebe Grüsse,
Nadia

Kommentare:

  1. Liebe Nadia,
    deine Bachstelzen Fotos sind dir gut gelungen, denn das ist ja bei diesem Vogel nicht ganz einfach, da er ja immer in Bewegung ist.
    Das kleine Rotschwänzchen sie trotz des grimmigen Blicks total süß aus. Schön das die Kleinen es diesmal geschafft haben.
    Bei deiner Buchvorstellung, nun ja, es ist nicht so ganz mein Buch,um es mal vorsichtig zu formulieren.
    Ich wünsche dir einen schönen Sommertag!
    Ganz liebe Grüße Annisa

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  2. Wunderschöne Fotos sind dir da gelunegn. Und ich finde es sehr gut, dass du keine gute Rezension zu einem Buch geschrieben hast, dass dir nicht zusagt. Würde ich nämlich auch machen. Die Namen sind ja wirklich mehr als merkwürdig.

    Sigrun

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  3. Wie allerliebst die Bachstelze in die Kamera schaut (jetzt weiß ich endlich wie eine Bachstelze aussieht ;)) und auch das kleine Rotkehlchen läßt mein Herz höher hüpfen, liebe Nadia! Vielen Dank für die ehrliche Rezension!! Ganz liebe Grüße, Nicole (die sich gerade fragt, ob der Verlag wohl mit soviel Ehrlichkeit zufrieden ist!!)

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  4. Liebe Nadia,
    Wunderschöne Fotos von den Vögeln sind Dir gelungen.
    Einfach herzig anzuschauen ...
    Eine sehr ehrliche Rezension *ggg*
    Herzliche Grüße,
    Sabine

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  5. Hallo Nadia,
    da hast Du aber tapfer bis zum Schluß druchgehalten. Solche Bücher mag ich auch nicht lesen...
    Aber süße Piepmäze anschauen, das mag ich. Tolles Foto!
    LG
    Manu

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  6. Liebe Nadia,
    wie gut das du beim lesen auch den Fotoapparat dabei hast. Sonst hätte es keine soooo schöne Fotos von der Bachstelze gegeben. Deine Buchvorstellung ist sehr ehrlich geschrieben. Das Buch wäre wahrscheinlich auch nicht so mein Fall. Zähe Handlungen sind sehr ermüdend ;-)
    Das kleine Rotschwänzchen sieht niedlich aus.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  7. Liebe Nadia, Respekt, dass du wirklich alle 576 Seiten gelesen hast!
    Süße Vogelfotos ♥
    Hab ein schönes Wochenende!

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  8. Hihi, wie drollig! Die kleinen Vögel kucken immer so grimmig das ist soooo niedlich.
    Eine Bachstelze haben wir hier auch regelmäßig zu Gast. Die wackeln immer so putzig mit dem Kopf beim laufen. Ich finde es herrlich im Garten die Vögel zu beobachten. Bei uns am Brunnen hat heute eine Blaumeise gebadet. Da geht einem das Herz auf.
    Hab noch ganz viel Spaß im Garten mit hoffentlich besserer Lektüre.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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  9. Deine Tierfilmen sind ja so niedlich.
    Das macht Freude.
    Weniger schön ist es, wenn man bei einem Buch schon bei der Hälfte Weiß, wie es weitergeht.
    Ich drücke die Daumen, dass das nächste Buch wieder besser wird.
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

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  10. Liebe Nadia,
    Du Arme, das klingt ja gar nicht gut. Ich hatte Glück und das letzte Buch - was ich sogar zum Geburtstag geschenkt bekommen habe von jemandem, der mich eigentlich besser kennen sollte - musste ich ja nicht zu Ende lesen und habe es kurzerhand in der Flohmarktkiste verschwinden lassen.
    Es ist so schön, dass es doch kleine Vögelchen bei Euch gab!
    Ganz liebe Grüße zu Dir
    Vanessa

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