Freitag, 10. Juli 2015

Am Waldessaum

Die letzten Tage war es bei uns sehr heiss - zu heiss für mich. Ich vertrage so hohe Temperaturen ganz schlecht und habe mich entsprechend erst in den Abendstunden aus dem Haus gewagt, als es draussen "kühler" wurde. Viele meiner Pflanzen gehen in die Knie, der Rasen wird braun, und das Allerschlimmste: Alle Rotschwänzchen-Nestlinge sind tot, der Hitze zum Opfer gefallen. Zum Glück haben die Rotschwänzchen-Eltern nicht lange getrauert und sofort mit dem Bau eines neuen Nests angefangen (übrigens wieder genau unter dem Dach, dort wo es am heissesten wird - aber wo auch sicher keine Katze oder ein sonstiger Nesträuber hinkommt). Hoffen wir, dass sie ihre zukünftigen Jungen heil aus dem Nestchen bekommen.
Wir haben uns am vergangenen Wochenende in die Kühle (na ja...) des Waldes geflüchtet und dabei habe ich für einmal ein besonderes Augenmerk auf den Waldrand gelegt.
Natürlich steht da auch ein Hochsitz (seht ihr ihn, ganz rechts im Bild?) und ich bin sicher, in der Dämmerung kann man von dort viele Tiere beobachten.

Aber auch am Nachmittag gab es viel zu sehen. Ein C-Falter, der sich im Schatten eine Pause gegönnt hat,
jede Menge Insekten,
 
 
 

manche davon kopfüber im Futter. :-)
 
Das Tagpfauenauge wollte leider nicht so gerne aufs Foto und ist nach dieser einen Aufnahme sofort weitergezogen.
Ausserdem wachsen am Waldrand jede Menge Him- und Brombeeren, die meisten davon sind aber noch nicht reif.
 
In der nächsten Zeit werde ich dieser Stelle sicher wieder einmal einen Besuch abstatten - ausgerüstet mit einem Eimerchen, um die dann hoffentlich reifen Beeren mit nach Hause zu nehmen.
 
Blümchen gab es zu sehen und Brennesseln,
 
ein lauschiges Plätzchen für eine Pause,
Beeren, deren Namen ich nicht kenne,
ein Vogel-Daheim,
und hier müsst ihr euch den Maulwurf, der oben auf dem frisch aufgeworfenen Hügel thront, einfach dazu denken. :-)
Diese Reifenspuren sind ein schöner Übergang zu meinem nächsten Thema.
In meinem Fall sind es zwar die Spuren eines Traktors, aber es könnte ja auch sein, dass jemand heimlich in der Nacht eine Leiche... Ihr ahnt es: Heute handelt es sich bei meinem Buchtipp wieder um einen Thriller. :-)
"Der Jungfrauenmacher" von Derek Meister ist ein Thriller, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Schon der Prolog ist spannend: Es wird eine interessante, aber an sich ungefährliche Begebenheit erzählt, die dann ohne Vorwarnung ein so krasses Ende findet, dass ich dachte "Waaaas?!? Habe ich richtig gelesen?!" - und die Stelle gleich nochmals durchlesen musste.
Die Geschichte dreht sich um den jungen Polizeichef Knut Jansen, der sein Amt als Revierleiter eben erst übernommen hat und mit allerlei Widerständen kämpfen muss. Dann wird während eines Sturms auch noch eine Mädchenleiche angespült - und natürlich bleibt diese Tote nicht die einzige in dieser Geschichte.
Jansen bittet Helen Henning um Hilfe. Henning war für einige Jahre beim FBI als Profilerin tätig, hat nach einem traumatischen Erlebnis aber die USA verlassen und ist wieder nach Haue zurückgekehrt. Offensichtlich handelt es sich beim Täter um einen Serienmörder, und Jansen, der sich in seinem ruhigen Dorf bisher nur mit kleinen Delikten beschäftigen musste, braucht dringend Hennings Unterstützung und ihre Kenntnisse bezüglich Serientätern. Henning ist zu Beginn alles andere als gewillt, sich in die Ermittlungen einzuschalten, tut es dann aber doch und wird zu einem wichtigen Bestandteil der Story.
Besonders spannend fand ich, dass das Buch quasi in zwei Erzählstränge aufgeteilt ist - man ist auch beim Mörder "mit dabei", ohne zu wissen, um wen es sich handelt. Natürlich habe ich auch bei diesem Buch wieder Vermutungen angestellt, verdächtigt und die Verdächtigungen verworfen, habe aber bis zum Schluss nicht herausgefunden, um wen es sich beim Täter handelt. Und als das Geheimnis dann gelüftet wurde, war ich einmal mehr geschockt - damit hätte ich nie gerechnet!
Das Buch ist eine wirklich richtig tolle Mischung aus leichter Kost (der Schreibstil von Herrn Meister ist sehr flüssig und gut zu lesen, zwischendurch gibt es sogar witzige Stellen) und immer mal wieder ohne Vorwarnung kommenden Schockern, die mich die eine oder andere Stelle nochmals haben lesen lassen. Interessant fand ich auch, dass es der Autor blendend versteht, die Phantasie des Lesers anzuregen. Seine Erzählungen sind an sich nicht wirklich blutig (da habe ich schon viel Schlimmeres gelesen), aber er streut Details ein, die dann sofort das Kopfkino in Gang setzen und für Gänsehaut sorgen. Perfekt!
Die ganze Geschichte ist sehr komplex und dennoch gut nachvollziehbar und verständlich aufgebaut und ich habe es in drei Tagen durchgelesen. Gegen Ende konnte ich es gar nicht mehr aus der Hand legen und habe bis tief in die Nacht gelesen.
Ein Buch, das ich wirklich als perfekte Sommerlektüre empfehlen würde.
Kerstin, ich glaube, Deine Leseliste ist gerade nochmals ein bisschen gewachsen, oder? ;-)

Liebe Grüsse,
Nadia


Kommentare:

  1. Liebe Nadia!
    Was für zauberhafte Bilder.
    Das mit den Vögelchen tut mir sehr leid.
    Hoffentlich klappt es mit dem neuen Nachwuchs der Vogeleltern. Ich drück ihnen die Daumen!
    Der Krimi klingt sehr spannend und ich glaube da klebt man regelrecht dran bis zum Schluss.
    Wünsche dir ein fröhliches Wochenende!
    ~Susanne~

    AntwortenLöschen
  2. Ein wundervoller Beitrag über den Wald. Die Natur ist schön. Und deine Bilder auch.

    Sigrun

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Nadia,
    Wunderschöne Fotos hast Du gemacht :-)
    Da wird sich die Beerenernte sicher bald lohnen.
    Schade das es die Vögelchen nicht geschafft haben ...
    Deine Buchbeschreibung ist super, hast mich ganz neugierig auf das Buch gemacht.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Nadia,
    ja das ist sie!!☺☺☺
    Und vielen Dank für diese wundervollen Naturaufnahmen.
    Hab ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße, Kerstin

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Nadia,
    ganz großes Kompliment an dich, deine Insektenaufnahmen sind ganz toll geworden. Sehr schön finde ich das Foto, wo der Käfer kopfüber in der Blüte hängt.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag!
    Liebe Grüße Annisa

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Nadia,
    wunderschöne Fotos von einem etwas kühleren Ort! Herrlich Aufnahmen hast du wieder für uns gemacht!
    Hab lieben Dank dafür......ein Besuch bei dir ist immer so schön und tut einfach gut :-)
    Herzensgrüassli
    Yvonne

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Nadia
    Deine Bilder sind wieder einmal klasse! Aber dein Beschrieb über diesen Thriller ist vermutlich genau so spannend wie dieser ;-). Das werde ich mir auch merken und wer weiss, vielleicht komme ich in diesen Ferien doch noch zum lesen. Ein schönes Wochenende und liebe Grüsse
    Nadja

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Nadia!
    Ohhhh, das ist ja schade mit den Rotschwänzchen. Unsere zweite Runde Meisen hat das Vogelhaus noch rechtzeitig verlassen, als die Hitze losging.
    Mit den Käfern hab ich es ja nicht so aber die Schmetterlinge und die anderen Bilder sind sehr schön. ;)
    Ganz liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Nadia,
    so ein Waldspaziergang ist genau richtig bei der Hitze, ich mache das auch gerne.
    Da ist es immer etwas kühler. Auch das Rauschen der Bäume ist so entspannend.
    Schöne Bilder sind es geworden von Käfer &Co.
    Dir wünsche ich eine schöne Woche Gruß Ursula

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Nadia,
    die Natur kann schon echt sehr grausam sein :-( Ich hoffe, dass die kleinen Piepmätze beim nächsten mal mehr Glück haben!
    Liebe Sonntagsgrüße
    Vanessa

    AntwortenLöschen
  11. Das sind wunderschöne Fotos vom Wald! Vor allem die Insekten - der Taucher in der Blüte hat es mir besonders angetan! Ich hoffe, die Vogeleltern haben diesmal mehr Glück!
    Liebe Grüße
    Mary

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Nadia, so wunderschöne Fotos hast Du da gemacht. Sie tun dem Auge richtig gut und lassen glauben, dass zumindest in der Natur, alles in Ordnung ist. Für die Vogelfamilie wünsche ich, dass es beim nächsten Nachwuchs klappt. Ich wünsche Dir eine wunderschöne Sommerzeit. Liebe Grüße Linde

    AntwortenLöschen