Freitag, 5. Juni 2015

Mystisch. Dunkel. Kostbar.

Heute nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch die Aareschlucht im Haslital (Berner Oberland).
(Nachfolgender Text ist aus dem Internet.)
Das Haslital ist eines der grossen Quertäler des Alpenmassivs. Es erstreckt sich von der Grimsel bis zum Brienzersee. Der flache Talgrund des unteren Tales wird durch einen imposanten Felsriegel, "Kirchet" genannt, vom oberen Tal getrennt. In Zehntausenden von Jahren hat die Aare durch die Kalkfelsen des "Kirchet" einen Lauf erodiert und dabei eine 1,4 km lange, bis zu 200 m tiefe Schlucht geschaffen, die streckenweise nur 1 - 2 Meter breit ist.


Bis zur touristischen Erschliessung der Aareschlucht waren im Felsriegel des Kirchet nur drei Nebenschluchten begehbar, die "Trochene Lamm", die "Lautere Schlauche" und die "Finstere Schlauche", in welcher man etwa in der Mitte der Schlucht bis hinunter zur Aare gelangen konnte. Sonst war die Schlucht nur auf dem abenteuerlichen Wasserweg zugänglich, der wohl nur ganz selten benutzt wurde. Kein Wunder, dass um diese unbekannte Schlucht und ihre Bewohner Sagen entstanden sind.



Der Berner Naturforscher Samuel Studer berichtet 1814 vom Ungeheuer in der Aareschlucht: "Von Unterseen bis auf die Grimsel und bis gegen Gadmen hin herrscht der Glaube, dass zuweilen sich eine Art von Schlange mit einem fast runden Kopf und mit kurzen Füssen sehen lasse..". Viele mündliche Überlieferungen berichten, dass diese Schlange, im Volksmund "Tatzelwurm" genannt, in der Aareschlucht lebt. So erzählte beispielsweise eine Frau aus Innertkirchen im vorletzten Jahrhundert: "Als mein Vater Haselstecken am Kirchet sammeln ging, erblickte er auf einmal einen dicken Wurm, mit gestumpften Füssen auf sich zukriechen, mit einem grossen Maul, spitzigen Zähnen und fürchterlich dreinblickenden Augen". Als das Ungeheuer noch pfeifende Laute von sich gab, entfloh er in hellem Entsetzen nach Hause.

Josef Viktor Widmann: Spaziergänge in den Alpen - 1890: "Von der Grimsel ins Oberhasli":
... und dann kam das freundliche Guttannen und von hier die interessante Bergstrasse hinab nach Innertkirchen. Um nach Meiringen zu gelangen, machte ich den kleinen Umweg durch die Finsteraareschlucht, die ich an jenem Sonntag Abend zum ersten mal betrat. Sie verdient ihre Berühmtheit. .... Bemerkenswert ist die unendliche Abwechslung, indem zuweilen der Fluss etwas ruhiger dahingleitet und die breitere Öffnung der Felsen das Sonnenlicht auf ihn fallen lässt, während dann wieder Stellen kommen, wo das Wasser durch die engste Rinne dahin schiesst und die Felsen auch über dem künstlichen Wege so nah zusammengetreten sind, dass tiefe Dämmerung uns einhüllt und man sich bücken muss, um unter dem Gestein vorwärts zu kommen. Gegen den Ausgang der Schlucht zeigt sich in der Felswand gegenüber dem schwebenden, bretternen Weg in mässiger Höhe eine Art Nische oder Grotte von eirunder Form, ein Raum, wie geschaffen um darin plastisch ein Wesen anzubringen, welches die Finsteraareschlucht versinnbildlichen würde. Ich denke, dass es so ein recht abenteuerliches Getier sein müsste, ein wunderlicher "Tatzelwurm", wie man die sagenhaften Drachen des Gebirges nennt. Aber ein rechter Meister müsste dazu die Zeichnung entwerfen, nachdem er an Ort und Stelle den Eindruck erhalten hätte. ...


Wir haben unseren Aareschlucht-Spaziergang früh am Morgen gemacht und waren fast die einzigen Besucher. So konnten wir die ganz spezielle Atmosphäre dieser Gegend besonders gut geniessen.

Mitten in der Schlucht gibt es eine Stelle, an der sich Besucher mittels Kritzeleien im Fels verewigt haben. Obwohl ich von solchen Sachen eigentlich nicht so begeistert bin, fand ich die Wand doch fotografierenswert. Vor allem weil solche Kritzeleien wirklich nur an dieser einen Stelle der Schlucht zu finden sind.

Die Wegetappen, die man auf den Holzstegen zurücklegt, sind ganz besonders. Wenn man sich bewusst macht, dass man nur auf ein paar Holzbrettern steht, die von in den rohen Fels geschlagenen Stahlträgern gehalten werden, ist das schon ein etwas eigenartiges Gefühl. Wie muss es wohl für die Handwerker sein, die Unterhaltsarbeiten an diesen Stegen zu erledigen haben? Ich würde mich sicher nicht auf so eine Arbeits-Konstruktion wagen.
Und auch diese Leiter möchte ich nicht emporklettern müssen.
Was ich aber im Moment durchaus gerne möchte, ist, mir die Füsse im Wasser der Aare zu kühlen - wir haben im Moment über 30 Grad (für mich viel zu warm)...
Liebe Grüsse,
Nadia

Kommentare:

  1. Liebe Nadia
    Die Aareschlucht ist wirklich imposant und sehenswert. Vor ein paar Jahren haben wir einen schönen Familienausflug dahin gemacht. Zum Teil gibt es wirklich "gefährliche" Abschnitte und die Tatsache, dass wir uns nur auf Holzbrettern bewegt haben, war zeitweise ein mulmiges Gefühl ;-). Aber die Füsse Hörbuch da wohl nicht reinhalten wollen.....viiieel zu kalt *gg*.
    Heb es schöns wucheänd.
    Liebi Grüess
    Nadja

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    1. ....es sollte "würde ich" heissen und nicht Hörbuch ???? Mmmhhh, Wörterbuch...tststs ;-)

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  3. Liebe Nadia!
    Das ist ja gigantisch... ein wahrhaft geheimnisvoller Ort. Da denkt man sofort am Sagen und Geschichten .
    Wünsche dir ein schönes Wochenende!
    ~Susanne ~

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  4. Liebe Nadia,
    was für eine verwunschene geheimnisvolle Gegend.
    Das war bestimmt auch ein bisschen aufregend.
    Und ja meine Liebe, ich habe Dir doch schon im Kommentar letztens geschrieben, das Deine Post angekommen ist. Und eine Mail habe ich Dir auch geschrieben.
    Hast Du Beides nicht gelesen?
    Ich melde mich aber noch mal, ganz liebe Grüße
    Nicole

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  5. Hallo Nadia,
    eine Klamm ist immer faszinierend, aufregend, geheimnisvoll und Sagen umwoben.
    Ich liebe diese zu "Durch-Wandern".
    Tolle Bilder hast Du uns da gezeigt.
    Liebe Grüße, Kerstin

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  6. Liebe Nadia,
    das sind ganz beeindruckende Fotos. Es sieht wirklich geheimnisvoll aus. Der Weg über die Stege sieht ein bisschen abenteuerlich aus. Vielen Dank für die schönen Bilder.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  7. Liebe Nadia,
    wahrlich sehr mystisch... und ich liebe solche Schluchten! Eine meiner Lieblingsschluchten ist die Viamala und dann die Taminaschlucht! Die Aareschlucht kenne ich noch nicht, aber jetzt nach deinem wundervollen Blogbeitrag muss ich da unbedingt auch mal hin!
    Herzensgrüassli
    Yvonne

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  8. Liebe Nadia,
    Ein wunderbarer Spaziergang :-)
    Was für ein zauberhafter Ort, kein Wunder das sich dort Mythen breitgemacht haben.
    Ich wünsche Dir eine schöne Zeit,
    Sabine

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  9. Was für eine abenteuerliche Wanderung am frühen Morgen.. uuiihh.. und das die Bewohner als alten Zeiten hier vor einem Lindwurm bebten, kann ich sehr gut verstehen.. unglaubliche Bilder hast du uns mitgebracht, liebe Nadia!! Vielen Dank! Ganz herzliche Grüße, Nicole

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  10. Eine wundervolle Landschaft, ich bin ja immer begeistert, was so ein Gletscherschliff alles "bauen" kann. Ein mystisches Stück Welt! Ja, Trude duftet schon etwas kräftig ... :)!
    Hab eine feine Zeit
    Elisabeth

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  11. Wie aufregend! Ganz tolle Aufnahmen.

    Sigrun

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  12. Liebe Nadia!
    Das sind wunderbare Bilder die du aus der Schlucht mitgebracht hast.
    Solche Schluchten haben schon etwas verwunschenes. Wir haben so eine Tour mal auf Kreta durch die Samaria Schlucht gemacht. Das war auch ein einmaliges Erlebnis.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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  13. Liebe Nadia!
    Das ist ja wirklich eine beeindruckende Natur! Wunderbare Bilder hast Du gemacht!
    Einen schönen Sonntag noch!
    Liebe Grüße
    Vanessa

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